Feier-Abend nach dem Feierabend

Die Adventszeit ist für alle Zauberer, seien sie Amateure, Semi-Profis oder Profis, eine mit vielen Terminen angefüllte Zeit. Es sind bei vielen Firmen und Vereinen viele Weihnachtsfeiern zu bezaubern. So hat denn nicht nur der Schuster nach einem bekannten Sprichwort immer selber die schlechtesten Schuhe, sondern die im Magischen Zirkel organisierten Zauberer Frankfurts immer einiges damit zu tun, in der Vorweihnachtszeit mal abzuschalten und selber dem Zauber der Weihnacht nachzuspüren.
Die diesjährige Weihnachtsfeier findet am 17. Dezember wieder am bekannten und bewährten Ort statt, nämlich oben auf dem Lohrberg mit dem bekannten spektakulären Ausblick auf Frankfurt – und der Vorsitzende des Ortszirkels Frankfurt, Andreas Fleckenstein, lässt es sich nicht nehmen, den Zauber der Weihnacht quasi zu personifizieren, indem er einen mit Blinklämpchen verzierten Pullover trägt: Man muss so was eben tragen können.
Noch vor der Vorspeise wird mit Volker Huber jemand geehrt, der dem Magischen Zirkel bereits 50 Jahre angehört: Mancher Künstler häuft nicht so viele Lebensjahre an, wie dieser Zauberfreund Mitgliedsjahre auf dem Buckel hat – Respekt!
Über dem Essen das dem Gaumen durchaus schmeichelt, wird dann gefachsimpelt: Der Mensch ist nun mal ein geselliges Wesen und bedarf der Gemeinschaft Anderer. Wie war so bei „Penn & Teller: Fool us!“ hinter den Kulissen? Bist Du echt mal in einem „Saunaclub“ aufgetreten? Und wie ging noch das Kunststück mit der Serviette?
Zwischen dem Hauptgang und der Nachspeise treibt dann die Veranstaltung ihrem Höhepunkt zu: Dem Poetry Slam. „Dem Poetry – was?“ hört man den einen oder anderen fragen. Ein Poetry Slam, so erfährt in Wikipedia, ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem selbstgeschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen werden. Die Zuhörer küren anschließend den Sieger. Man erkennt: Es ist nicht so schnöde wie Comedy, darf aber lustig sein, es ist nicht so spießig wie Gedichte aufsagen, darf sich aber auch mal reimen. Für den Magischen Zirkel slammen eine Damen und zwei Herren aus der Wetterau, einer Gegend, deren Menschen ja für ihre Wortgewalt bekannt sind und für den floretthaft-eleganten Umgang mit der Sprache. Dem Auditorium gefällt es, es wird applaudiert, mal mehr, mal weniger – und das soll so sein, denn auf diese Art und Weise wird der Sieger gekürt, der zur nach dem Willen der Frankfurter Zauberer eine Siegerin ist. Einen würdigen Abschluß findet der Abend im Wichteln: Jeder hat eine Kleinigkeit mitgebracht, meistens kleine Zauberutensilien, die auf schöne Tüten verteilt werden und jeder geht mit einer solchen Tüte nach Hause. Ein vom stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Sprenger gebasteltes Knobelspiel gibt es noch obendrein und so läßt sich abschließend sagen: Wer dieses Jahr nicht dabei war, hat Pech gehabt, aber aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet, dass auch im kommenden Jahr am 24.12. Weihnachten gefeiert wird – und der Magische Zirkel Frankfurt kurz davor wieder einen Feier-Abend anberaumen wird.
 
Text: Karsten Meyerhoff
Bilder: Heinz-Dieter Rado