(18. Februar 2026) Zaubern ist eine darstellende Kunst, sie entsteht erst und nur in der Interaktion mit dem Publikum – und das gilt für die Zauberei noch etwas mehr, als für das Schaupiel und die Musik. Natürlich passiert viel unter der Oberfläche, zuhause, vor dem Spiegel, als Übung. Aber das ist alles kein Selbstzweck, der Kulminationspunkt all dessen ist der Auftritt, ist der Vortrag vor und das Gespräch mit dem Publikum. Darauf ist der Zauberkünstler noch ein wenig mehr angewiesen als der Schauspieler und der Musiker – die können notfalls auch einem unwilligen und unkooperativen Publikum ihre Kunst vorführen. Ja, ich verstehe dass auch für diese Künstler ein freundliches, zugewandtes Publikum schöner und besser ist, aber wenn alle Stricke reissen …
Freddy Thau, Lennard Fabricius und Alex Morgenthau ist ein freundliches und zugewandtes Publikum notwendig, die Drei reden permanent mit dem Publikum, die wollen, die brauchen Interaktion – denn genau das macht den Reiz der Mikromagie aus und genau das ist der Charme des Kleinen Mittwochs im Kulturcafé Windrose in Oberursel. Man ist immer versucht, die Leute im Publikum zu fragen: „Och, könnten Sie sich vorstellen, mit zu meinem nächsten Auftritt zu kommen?“, so toll ist dieses Publikum. Die klatschen und lachen und blöken rein und geben Laute des Erstaunens von sich und das immer an den richtigen Stellen! Und sie kommen wieder – und wieder – und wieder … Mittlerweile müssen wir uns ganz genau überlegen, wer schon mal welche Nummer gezeigt hat, damit die Leut‘ nicht immer wieder dasselbe zu sehen bekommen. Ich gebe zu: Ein Luxusproblem, das ich zumindestens gerne habe.