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Zauberei unter der Lupe

(12. Juni 2024) Bei vielen Zauberfreunden hat die Mikromagie einen besonderen Platz in ihren Herzen, denn nirgendwo ist der Kontakt zum Publikum so unmittelbar, so direkt, so ungefiltert. Und nirgendwo ist das für das Publikum genauso: Unmittelbar, direkt, ungefiltert – denn die allermeisten haben noch nie formale Mikromagie am Tisch gesehen, waren noch nie soooo nah dran und so gab es dann auch im Kulturcafé Windrose in Oberursel zur zweiten Mikromagica immer wieder zu hören: „Aber ich hab‘ doch genau hingesehen, das war doch direkt vor meiner Nase!“.

Wir, der Ortszirkel Frankfurt des MzvD, haben uns nämlich einen langgehegten Wunsch erfüllt und an drei Stationen im Kulturcafé jeweils genau das gespielt: Mikromagie im formalen Rahmen, danach Stationenwechsel der Zuschauer und das ganze von vorne bis alle Zuschauer alle drei Shows gesehen haben. Im konkreten Fall gab es noch eine Sonderlocke in Gestalt eines fingerfood-Menüs das die Zuschauer in den Wechselpausen verspeisen konnten.

Machen wir’s kurz: Das war die Wucht in Tüten! Der Dank geht natürlich zuallervörderst an die Künstler Pit Hartling, Stefan Sprenger und Alex Morgenthau, denn die haben ein Feuerwerk abgebrannt, jeder ein anderes, jeder sein ganz eigenes – und das hat die Zuschauer besonders gepackt so unterschiedliche Herangehensweisen an das Genre zu sehen. Woher wir das wissen? Weil beim close-up eben nicht nur die Zuschauer nah am Zauberer dran sind, sondern auch umgekehrt die Zauberer nah am Publikum – und wenn man mit denen redet, dann reden die und dann sagen sie’s einem schon. Das war die erste ganz-nah-dran-Mikromagica, aber sicher nicht die letzte. Stay tuned …

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Schweizer Bücherwurm

(10. Juni 2024) Der Christoph Borer ist ein ganz Großer, mindestens 1,90m. Und gut zaubern kann er auch, ziemlich gut sogar. Er kann so gut zaubern, dass sehr viele Zauberfreunde kommen, wenn er ein Seminar anbietet, weil jeder in der Szene weiß: Er kann nicht nur gut zaubern, sondern auch gut schreiben und gut erklären und sich ungewöhnliche Dinge ausdenken. Nun ist – hoffentlich! – an Zauberei für Laien alles ungewöhnlich, aber der Christoph Borer findet unter den ungewöhnlichen Dingen, Sachen die ungewöhnlich² sind (hier seine Webseite). Ungewöhnlich sind auch die Geschichten, die er dazu erzählt, die man seiner Bühnenfigur aber immer glaubt.

Der Mann liebt Bücher – oder muss man schon sagen, dass er eine Obsession für Bücher hat? Für die jüngeren Leser: Bücher sind sowas ähnliches wie ein Blog, nur dass man blättern statt swipen/wischen muss; Bücher sind in der Regel etwa so groß wie ein tablet, aber dicker – dafür hält der Akku unendlich lange und die boot-Zeit ist Null. Zurück zu Christoph Borer: In seinen Bücher erscheinen und verschwinden Seiten, er kennt den Inhalt dicker Bücher auswendig und weiß, welchen Absatz der Zuschauer grade anschaut. Er treibt dabei einen enormen Aufwand, hat aber gleichzeitig Effekte im „Angebot“, die auch für uns erdverbundenere Grobmotoriker machbar sind. Alles in Allem: Die vielen Besucher seines Seminars wussten schon, warum sie gekommen sind!

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Hier biegen sich nicht die Balken!

(3. Juni 2024) Esoterik und der Glaube an paranormale Phänomene schadet allen Menschen, aber uns Zauberern in besonderem Maße, weil Menschen, die sich in einem solchen Glaubenssystem verirrt haben oder paranormale Phänomene nicht für ganz und gar unmöglich halten, uns unsere Kunstfertigkeit und unser Unterhaltungspotential absprechen – naja, ist halt eine Gabe, die der Eine hat und der Andere nicht.

Niemand hat einer Sparte der Zauberkunst damit so erheblich, so nachhaltig und so im Alleingang geschadet, wie ein mittelmäßiger Zauberer aus Tel Aviv, der das Genre des Metallbiegens esoterisch umgedeutet und paranormale Fähigkeiten für etwas in Anspruch genommen hat das ganz klar wohlbekannte Zaubereffekte waren und sind. Aber der Mann kann halt Marketing und darin ist er nicht mittelmäßig.

Dass das Genre des Metallbiegens eine interessante Tradition hat, die nicht bei der Ausstattung der Besteckschublade aufhört, sondern auch Requisiten wie Verkehrsschilder oder Eisenbahnschwellen umfassen kann, dass es ein reiches Repertoire an Effekten und Methoden gibt, hat uns der Zauberfreund Holger Ludwig im Rahmen eines Zirkelabends erläutert und selbst die Nicht-Bieger zum Biegen gebracht. Dabei ging es nicht nur um das Offensichtliche (wie macht man’s?) sondern auch um das Subtile: Warum macht man’s? Wie lange braucht der Effekt, um sich nach der Wahrnehmung der Zuschauer zu entfalten, sich zu manifestieren? Muss es beim table hopping eine Gabel, ein Löffel vom Tisch des Gastgebers sein? Was ist mir Schlüsseln: Sollte man welche von Zuschauern nehmen? Ist das Verbiegen von Münzen im Vergleich irgendwie anders? Wie man sieht, ist das Metallbiegen viel zu schade, um in die Eso-Ecke gedrängt zu werden!

P.S.: Wer des Englischen mächtig ist und englischen Humor mag, sollte sich mal diesen Sketch aus der Reihe „A little bit of Fry and Laurie“ anschauen. Für die Jüngeren: Jaaa, das ist Dr. House …

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Zauberei im EU-Parlament?

Die Zauberei mit Tauben ist eine faszinierende Kunstform, die die Menschen schon immer begeistert hat. Der Magier lässt Tauben verschwinden, erscheinen oder sie vermehren sich – und das alles scheinbar ohne Tricks. Die Geschichte dieser speziellen Form der Zauberei reicht weit zurück und ihre genauen Ursprünge sind bis heute ungeklärt. Die ersten Aufzeichnungen über die Verwendung von Vögeln in magischen Darbietungen stammen aus der Zeit des alten Ägyptens. Im 19. und 20. Jahrhundert erlebte die Zauberei mit Tauben dann einen wahren Höhenflug, besonders in Europa und den Vereinigten Staaten. Berühmte Magier machten die Kunst der Taubenzauberei zu einem festen Bestandteil ihrer Auftritte und begeisterten damit Millionen von Menschen auf der ganzen Welt.

Ein Experte auf diesem Gebiet ist Lance Burton. Mit seiner Manipulations- und Taubendarbietung gewann er 1982 die Weltmeisterschaften der Zauberkunst in Lausanne, Schweiz. Mit 22 Jahren war er damals der jüngste Grand-Prix-Gewinner, den dieser Wettbewerb je hervorbrachte. Seine Darbietung kann hier angesehen werden.

Eine etwas modernere Interpretation dieser Kunstform gab es vor kurzem im Europäischen Parlament in Straßburg zu sehen. In der letzten Sitzungswoche des EU-Parlaments in dieser Legislaturperiode ließ der slowakische Abgeordnete Miroslav Radačovský eine weiße Taube durch den Plenarsaal fliegen. Zugegeben war die Darbietung nicht besonders täuschend, denn der 71-jährige fraktionslose Abgeordnete zog das Tier am Ende seiner Rede als Friedenssymbol einfach aus seiner Bauchtasche. Zu sehen gibt es den Auftritt hier.

(Und wenn wir schon über Politik sprechen: Am 9. Juni 2024 ist Europawahl. Wählen nicht vergessen!)

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Ein Vogel, den alle wollen

(8. Mai 2024) Es gibt die deutschen Meisterschaften der Zauberkunst, es gibt die Europameisterschaften, es gibt die Weltmeisterschaften der Zauberkunst. Und dann gibt es den Wanderpokal des Ortszirkels Frankfurt, der einmal im Jahr verliehen wird. Eine Trophäe so schön, dass sich die Besten der Besten darum streiten: ein zwitschernder Vogel auf einem Ast auf einem Stein. Alles aus feinstem Plastik. Am 6. Mai war es wieder soweit, der Gewinner des letzten Jahres wollte den Vogel endlich losw… für ein weiteres Jahr gewinnen, und so stand der diesjährige Magic Slam an. Fünf Zauberkünstler traten an, nur einer konnte am Ende den Pokal sein Eigen nennen. Gabeln, Löffel und Stäbchen wurden gebogen, Zeitreisen gemacht, es wurde gerappt und gezaubert, Seilenden wanderten umher – und am Ende stand fest: alter und neuer Träger der Trophäe ist Alex Morgenthau. In seiner Nummer entschied sich ein Zuschauer aus vielen Möglichkeiten von Sushi bis zum Döner für ein Abendessen, das – kaum ausgesprochen – ein magischer Bote lieferte. Dass das Publikum am Ende die Pizza essen durfte war für die anschließende Punktevergabe durch das Publikum bestimmt nicht die schlechteste Idee. Auf jeden Fall herzlichen Glückwunsch, Alex!

Der Magic Slam ist ein fester Bestandteil in unserem Jahresablauf und immer wieder ein großer Spaß. Mal schauen, was für Auswirkungen die Idee mit der Pizza in den kommenden Jahren haben wird.

Der Magic Slam ist als Zirkelabend keine öffentliche Show – aber von denen gibt es ja zum Glück genug. Eine Übersicht gibt es in den Terminen. Da ist auch zu sehen, wann der frisch gekrönte Magic-Slam-Gewinner seinen nächsten öffentlichen Auftritt hat.

Stil ist uns wichtig. Deshalb gab es für manche Gäste zusätzliche Krawatten, das gebührt der Respekt vor den Wettbewerbs-Teilnehmern.
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Erst der Tag der Arbeit, dann das Vergnügen

(01. Mai 2024) Zaubern ist ein sehr befriedigendes Hobby: Es mag Menschen geben, denen die Musik nicht gefällt, die ich mache oder nicht die Bilder, die ich male, Menschen mögen über meine Clowns-Nummer nicht lachen oder meine Schauspielkünste nicht goutieren – aber als Zauberer bekomme ich in aller Regel positive Reaktionen. Unsere Zuschauer sind in aller Regel verblüfft, begeistert, ratlos, erstaunt oder amüsiert; es sei denn, wir verhauen eine Nummer komplett, aber das passiert uns natürlich nie … 😉 Sind wir alle David Copperfields? Um Gottes Willen: Nein! Aber wir unterhalten unser Publikum in aller Regel eben doch gut.

Das haben wir – Michael Dräger, Harry Keaton und ich, Karsten Meyerhoff – mal wieder bei der letzten Mikromagica erfahren – die an einem neuen Ort stattfand, nämlich im Kulturcafé Windrose in Oberursel. Neue Spielstätte, aber sonst alles gleich wie bei der Mikromagica in Groß-Gerau: Nummernrevue, vier Zauberer des Ortszirkels (von denen zwei kurzfristig erkrankt waren, siehe auch hier), Pause zwischen den Nummern, kleine Bühne. Was soll ich sagen: Die Butze war voll, die Leute hatten auch an dem lauen Frühsommerabend, als der sich der 1. Mai präsentierte, Bock sich Zauberei anzusehen – was soll ich sagen: Wir haben unsere Nische gefunden!

P.S.: Nach jetziger Planung sind wir am 12.6. wieder in Oberursel, vielleicht mit einem ganz neuen Konzept – man verfolge gewissenhaft den Veranstaltungskalender.

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Zauberer belohnen sich

(30. April 2024) Das Veranstaltungsformat Mikromagica ist sehr erfolgreich (siehe zu Beispiel hier und hier) und das liegt ganz wesentlich daran, dass sich die Zauberfreundinnen und Zauberfreunde des Magischen Zirkels Frankfurt fleißig beteiligen und auch dann zur Stelle sind, wenn mal jemand ausfällt und ein Springer gesucht wird. Eingedenk seiend eines Ausspruches meines alten Kumpels Marcus Tullius Cicero: „Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen.“, war es dem Vorstand des Frankfurter Zirkels wichtig, dem feucht-warmen Händedruck als Ausdruck des Dankes noch etwas anderes hinzuzufügen – und so waren dann alle, die schon mal bei der Mikromagica aufgetreten sind, eingeladen, die Vorstellung des Zauberfreundes Miles Pitwell im Neuen Theater Höchst zu besuchen.

Das hat nach meinem Eindruck der gesamten Besatzung viel Spaß gemacht – und es eröffnet mir die Gelegenheit hier noch mal zu sagen:

Danke!

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Bielefeld? Das gibt es doch gar nicht!

Auch wenn sich diese satirische Verschwörungstheorie inzwischen seit knapp 20 Jahren hartnäckig hält, kann ich persönlich bestätigen, dass Bielefeld existiert. Und noch besser: Ich kann bezeugen, dass Hogwarts in Bielefeld liegt.

Am Wochenende nach Ostern fand der jährliche Jugendworkshop des Magischen Zirkels von Deutschland statt. Diese Veranstaltung gibt seit nunmehr 30 Jahren. Das musste natürlich ordentlich gefeiert werden. Knapp 100 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland kamen nach Bielefeld. Neben Seminaren, Workshops und dem beliebtem Eckenzaubern, gab es auch eine Gala-Show, bei der die Seminarleiter ihr Können unter Beweis stellten. Ein magischer Jahrmarkt, Late-Night-Sessions und zwei JeKaMi-Abende (Jeder Kann Mitmachen) rundeten das Programm ab.

Der Ortszirkel Frankfurt war mit einer kleinen Delegation vertreten. Mit dabei waren die Mitglieder Tatto Ota, Buenyamin Can und Lukas Kempf (v.l.) und unser Anwärter Lennard (ganz rechts). Ein paar weitere Zauberinteressierte aus der Metropolregion Frankfurt besuchten den Jugendworkshop zum ersten, aber sehr wahrscheinlich nicht zum letzten Mal.

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Körperhaltung, Stimme, Kleidung

(18. März 2024) „Ein Zauberer ist ein Schauspieler, der die Rolle eines Zauberers spielt“ ist ein Spruch, den sich Zauberer untereinander häufig erzählen und Kommunikationscoaches kommen gerne mit der Binse: „Man kann nicht nicht wirken.“ – ist kein Tippfehler.

In diesem Sinne hat uns die Zauberfreundin Michelle Spillner einen wirkungsvollen Zirkelabend beschert, denn es ging um „Körperhaltung, Stimme, Kleidung“ und zwar nicht nur im Sinne einer „Frontbeschallung“, sondern in Gestalt von konkreten Übungen. Jeder war gebeten, im Bühnenkostüm zu erscheinen und für jeden wurden Fremd- und Eigenwahrnehmung aufgedröselt und einander gegenübergestellt. Es wurde ge-workshopped, ge-brainstormed und ge-feedbacked das es eine Art hatte.

Wenn wir alle miteinander mal ehrlich sind mit uns selbst, dann ist uns nicht immer so klar, wie unsere Körperhaltung, unsere Stimme und unsere Kleidung unsere Zauberkunst unterstützen – oder ihre Wirkung mindern. Und wir lassen uns in dieser Angelegenheit auch nicht immer gerne Hinweise von Anderen geben. Für Schauspieler ist das alles selbstverständlich, die drücken fast alles mit ihrem Körper aus, setzten ihre Stimme ein, um Wirkung zu erzielen und tragen natürlich zur Rolle passende Kostüme – und über Allem thront ein Regisseur, der sagt, wo es lang geht. Die Michelle hat es allerdings mit ihrer zugewandten Art und ihrer Autorität hingebracht, dass wir uns auch so ein bisschen zu Schaupielern haben machen lassen nach ihren Anregungen.

Der Abend kam in der Tat so gut an, dass wir ihn werden wiederholen müssen, damit alle „mal dran kommen“, denn das haben wir gar nicht geschafft.

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Lustig, lustig, lustig …

„Ach, Sie sind Zauberer – wir haben im Sommer immer dieses Kinderfest, da könnten Sie doch …“ – ein Satz, den viele Zauberer fürchten, zumal er häufig von Gagengeboten wie: „Sie können sich dann auch am Buffet bedienen!“ begleitet wird.

Erst im letzten Herbst hatten wir uns mit dem Thema Kinderzauberei auseinandergesetzt (hier) und mit einem der unseren, Nobert Hornauer, darüber gesprochen, was Zaubern für Kinder ausmacht. Jetzt war Silly Billy da, eine der internationalen Autoritäten in Sachen Kinderzauberei. Der Mann ist im Weißen Haus aufgetreten und bei David Letterman, was natürlich viel mehr wert ist. Er entwickelt eigene Zaubertricks für Kinder (siehe zum Beispiel hier), unterhält ein Blog, schreibt für Fachzeitschriften und reist gelegentlich um die Welt, um sein Wissen auf Konferenzen und Seminaren zu teilen – so wie mit uns. Er macht es schon das eine oder andere Jahrzehnt, also muss er was richtig machen.

Es ist interessant zu sehen, wie systematisch David Kaye, so der bürgerliche Name des Künstlers, an die Konstruktion von Nummern für Kinder herangeht. Der wichtigste Aspekt sei die Interaktion, die Kinder müssen lachen, auf Dinge zeigen, den vermeintlich unaufmerksamen Zauberer auf Fehler hinweisen, klatschen, einen Zauberspruch mitsprechen, mit den Fingern wackeln – und zwar mindestens alle neun Sekunden einmal! Er listet auch minutiös auf, wie man eine Interaktion provozieren kann: Ungeschicklichkeit, der Zauberer tut sich weh, Falschbenennung von Gegenständen, übergroße Requisiten und vieles mehr.

Das ist alles in der Theorie wohlgeordnet und führt in der Praxis zu einer Situation, die für das ungeübte Auge wie ein totales Chaos aussieht, (wie zum Beispiel hier) – bei einer Lautstärke eines startenden Düsenjägers – bei voller Beladung – mit Nachbrenner …

Natürlich gibt es Fragen zur geringen Aufmerksamkeitsspanne von Kindern, zu „ungezogenen“ und vorlauten Kindern, zu Kindern, die immer näher an den Zauberer heranrücken, zu Seilabsperrungen und Regeln wie: „Ich rufe nur Kinder zu mir auf die Bühne, die sich anständig verhalten und ruhig sitzen bleiben“. Die überraschende Antwort: Gibt es nicht, brauche ich nicht, kommt bei mir nicht vor!

Meine Erklärung dafür ist, dass Silly Billy das von anderen Zauberern als unerwünscht angesehene Verhalten der Kinder geradezu herausfordert und zum Bestandteil seiner Nummern macht und dass es alle neun Sekunden (s.o.) etwas zu tun oder zu sehen gibt für die Kinder; so kurz kann niemandes Aufmerksamkeitsspanne sein.

Ja, das geht ein wenig zu Lasten des zauberischen Gehaltes, ja, das ist an vielen Stellen sehr viel Clownerie und Silly Billy ist der Erste, der das zugibt. Aber der Wurm muss nun mal dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Uuuuuund: Man muss als Künstler dafür gebaut sein, dass kann nicht jeder. In der Zeit, die unsereins braucht, die Prämisse des Becherspiel zu erläutern, hat Silly Billy schon 12 Gags rausgehauen und sein Publikum hat einen 160-er-Puls. Je nun: Als Künstler ist es mindestens so wichtig zu wissen, wer man nicht ist, wie zu wissen wer man ist. Ich habe dazugelernt!

P.S.: Auf dem Photo betet unser erster Vorsitzender nicht – glaub‘ ich …