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Zum Tod von Wilfried Possin

Liebe Mitglieder,

am 17. September 2026 ist unser Ehrenvorsitzender Wilfried Possin verstorben. Diese Nachricht macht uns traurig, denn mit Wilfried verlieren wir nicht nur einen langjährigen Wegbegleiter und Gestalter unseres Vereins, sondern einen Menschen, der uns mit seiner Persönlichkeit, seinen Fähigkeiten und seiner unerschöpflichen Neugier beeindruckt hat.
Wilfried war ein Mann mit vielen Talenten. Auf der Bühne verstand er es, Menschen zum Staunen und Lachen zu bringen. Als Trickentwickler konnte er seine Kreativität ausleben. Als Gedächtnistrainer beschäftigte er sich mit den Möglichkeiten unseres Geistes, und als Deutscher Backgammonmeister bewies er auch auf einem ganz anderen Gebiet sein vielfältiges Können. Was ihn dabei besonders auszeichnete, war vor allem die Begeisterung, mit der er sich immer wieder auf Neues einließ. Wilfried hatte sich etwas bewahrt, das nicht selbstverständlich ist: die echte Neugier auf die Welt und auf die Menschen, die ihm begegneten.
Von 1999 bis 2008 führte Wilfried als Vorsitzender den Magischen Zirkel Frankfurt am Main. In dieser Zeit hat er unseren Verein entscheidend geprägt und in eine moderne, aktive Phase geführt. Er hat neue Impulse gesetzt, Talente gefördert und die Zauberkunst lebendig gehalten. Wilfried hörte zu, dachte mit und gab Rückmeldungen, die uns weiter brachten. Sein Feedback war wertvoll, weil es ehrlich, konstruktiv und von echtem Interesse geprägt war. Für viele von uns war er damit auch ein Vorbild. Seine Haltung hat unseren Verein bereichert und wird uns auch über seinen Tod hinaus in Erinnerung bleiben.
Auch nach seiner Zeit als Vorsitzender blieb Wilfried unserem Verein verbunden. Die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden war Ausdruck unserer Wertschätzung für das, was er für den Magischen Zirkel Frankfurt geleistet hat.
Nun müssen wir Abschied nehmen. Wir sind dankbar für die gemeinsame Zeit, für seine Ideen, seine Impulse und die vielen Erinnerungen, die uns mit ihm verbinden. Wir werden Wilfried vermissen – als Zauberkünstler, als Gesprächspartner und als Menschen, der uns immer wieder daran erinnert hat, wie viel es noch zu entdecken gibt.
Unsere Gedanken sind bei allen, die ihm nahestanden. Ihnen gilt unser aufrichtiges Mitgefühl.

Die Beerdigung findet am Freitag, den 23. Oktober 2026, um 13:30 Uhr auf dem Frankfurter Südfriedhof statt.

Lieber Wilfried, danke für alles, was Du unserem Verein und uns persönlich gegeben hast. Wir werden Dich in guter Erinnerung behalten.

In stillem Gedenken
Der Vorstand Magischer Zirkel Frankfurt am Main e. V.

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Archaisch?

Ein Verein ist froh um jeden Menschen, der zahlendes Mitglied werden will, sollte man meinen. Diesem Menschen wird man keine zusätzlichen Hürden aufrichten, sollte man meinen. Eine Prüfung, ob er oder sie würdig ist, aufgenommen zu werden, wird man niemandem zumuten, sollte man meinen.

Und doch macht der Magische Zirkel genau das – und das ist auch gut so! Nicht weil der Magische Zirkel ein elitäres Bewußtsein hätte, nicht weil es darum geht „die Spreu vom Weizen zu trennen“, nicht weil man „manchen Leute“ fernhalten will, sondern weil man das Bewußtsein dafür schärfen möchte, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Zauberkunst, ihrer Geschichte, der Theorie und der Praxis gewinnbringend ist – und Spaß macht! Und schließlich, wie es der Brite sagt: „Nothing worth having is easy to get.„. Wenn das archaisch ist, dann sind wir archaisch, dann sei es so.

Unsere ehemaligen Anwärter Freddy Thau und Lennard Fabricius haben es jedenfalls auf sich genommen, sich vorzubereiten, Theorie zu büffeln, Nummern und Techniken einzustudieren und jetzt sind sie stolze Mitglieder des Magischen Zirkels zu Frankfurt – und wir sind stolz, dass wir sie unsere Mitglieder heissen dürfen! Freddy und Lennard: Allzeit gute Fahrt und immer ’ne handbreit Wasser unter’m Kiel!

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Summer in the city

(15. Juni 2026) Der talentierte Herr Rudolph (https://toby-show.de/) hält ein Seminar bei uns und der Sommerabend ist lau und sonnendurchflutet und der sympathische Toby sagt: „Komm, lass uns draußen machen …“. So findet denn der erste Teil des Seminars im Freien statt, der zweite gesunkener Temperaturen wegen überdacht – also drinnen, nicht wohlüberlegt …

Obgleich: Wohlüberlegt ist das schon, was uns da vorgetragen wird, geprägt durch die Erfahrung vieler, vieler Auftritte und Wettbewerbe. Und es ist äußerst unterhaltsam: Man schaut nach einer Viertelstunde das erste Mal auf die Uhr und stellt fest, dass schon 90 Minuten vergangen sind! Die Requisiten wechseln schnell: Sand, Münzen, eine Kerze, ein Geldschein, ein Kartenspiel, ein Glas Bier (gefüllt) – und eine Tomate (Bio). En passant gibt es Tiefgründiges zu Themen wie Haltung, Umgang mit Zuschauern und Zuschauerinnen, Humor und stocklines und einiges mehr – vieles davon zielt auf die Entstaubung der Zauberkunst, vieles davon ist leicht zu verstehen und schnell umzusetzen. Ich persönlich freue mich ja immer wie Bolle, wenn jemand sich nicht nur um Griffe und Mechanik kümmert, sondern auch um die Frage, wie Zauberei als darstellende Kunst so gesehen wird vom Publikum.

P.S.: Für die bedauernwerten Nachgeborenen, die die Lautäußerungen von Britney Spears oder Ikke Hüftgold für Musik halten, sei darauf hingewiesen, dass sich der Titel natürlich auf den Hitsong „Summer in the city“ von den Lovin‘ Spoonful bezieht, zum Beispiel hier nachzuhören.

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Too much of a good thing can be wonderful!

(22. April 2026) Wenn wir nach Oberursel kommen und die Mikromagica spielen, ist das mittlerweile ein absolutes Heimspiel – und das haben wir zu ganz wesentlichen Teilen dem Kunstgriff und der Windrose zu verdanken, aber …

… schon auch dem Publikum – und das ist ein Wiederholungstäter. Will sagen: Die Zuschauer kommen wieder und ein besseres Kompliment kann man sich natürlich nicht wünschen, aber …

… das wird langsam aber sicher auch zu einem Luxusproblem, denn die Anzahl der Zauberfreunde, die an Mikromagicas teilnehmen wollen, ist genausowenig unendlich, wie die Anzahl der Kunststücke in deren Repertoire. Wir müssen mittlerweile echt aufpassen, nicht den selben Leuten die selben Effekte zu zeigen. Wie war das noch? Der Profi zeigt immer anderen Leuten die selben Kunststücke, der Amateur zeigt immer den selben Leuten andere Kunststücke. Darüber werden wir uns insbesondere im Interesse des ausgesucht fabelhaften Publikums in Oberursel Gedanken machen müssen.

P.S.: Den Titel habe ich übrigens bei Mae West geklaut, eine der frühen femmes fatales von Hollywood.

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„Jedem Anfang …

(26. März 2026) … wohnt ein Zauber inne,“. Das ist sicherlich eines der meistgebrauchten, klassischen Zitate aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse und vielleicht kann der Eine oder andere noch die nächste Zeile anfügen: „der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“. Gemeinhin wird der Ausschnitt aus dem Gedicht als Ausdruck dessen gesehen, dass das Neue immer etwas Spannendes, immer etwas Schönes, immer etwas Begrüßenswertes sei. Dabei wird gerne ignoriert, dass auch darum geht, Abschied nicht als Verlust zu empfinden und dass der ursprüngliche Titel „Transzendenz“ klar auf das Konzept der Wiedergeburt hinweist.

Wie sagt da einer meiner Lieblingssänger Max Raabe? „Egal!“ Die erste Mikromagica in den heilige Hallen des Idsteiner Pestalozzi-Gymnasiums war einfach nur spannend, schön und rundheraus begrüßenswert: Meine Herr’n, war das eine tolle Veranstaltung! Diesem Anfang wohnte ganz sicher ein Zauber inne, einer der mit Abschied und Wiedergeburt mal grade gar nichts zu tun hatte.

Das haben wir natürlich zuvörderst unseren Aktiven, der Michelle Spillner, dem Stefan Sprenger, dem Harry Keaton und dem Alex Morgenthau zu verdanken – eine Zaubervorstellung ohne Zauberinnen und Zauberer ist nur halb so schön. Wir hatten zum ersten Mal auf unser Umfrage-Tool hingwiesen (umfrage.zauberblatt.de) und da laufen seit der Vorstellung die Rückmeldungen ein, die allesamt eines besagen: Die Vier haben überzeugt, die haben dem Publikum eine Form der Zauberei gezeigt, die sie vorher so noch nicht gesehen hatten und haben sie begeistert. Das Publikum war aber auch die Wucht in Tüten, die sind mitgegangen, haben sich auf „die Bühne“ bitten lassen, haben geklatscht (mehrheitlich an den richtigen Stellen) und waren einfach erkennbar willens, sich unterhalten zu lassen.

Wir dürfen aber natürlich auch nicht vergessen, dass uns die Schule erheblich unterstützt hat, nicht nur dadurch, dass sie die Räume zur Verfügung gestellt hat, sondern auch dadurch, dass wir die Räume unaufgeräumt hinterlassen durften, das ist schon ein Luxus.

Ein noch viel größerer Luxus war das Catering durch die Hospitzstiftung Idsteiner Land! Das hat aus der ganzen Geschichte ein sehr rundes Paket gemacht – und dass der karitative Aspekt der Veranstaltung dadurch offensichtlich war, hat jetzt auch nicht direkt geschadet, wie man am Spendenaufkommen sehen konnte.

Wenn diese Veranstaltung eine weitere Inkarnation erlebt, weiß ich jetzt schon, dass meine Zauberfreundinnen und Zauberfreunde Schlange stehen werden, um mitmachen zu dürfen!

P.S.: Sie haben gemerkt, wie subtil ich den Zirkelschluss zu Motiven vom Beginn dieses Beitrag geschafft habe, oder?

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Eine Frage der Perspektive

(14. März 2026) Wer ehrenamtlich arbeitet, kennt das: Man bereitet eine Veranstaltung vor, man sucht und findet einen schönen Ort, man denkt sich ein schönes Programm aus, es gibt durchaus genießbares Essen und gibt in großen Mengen den Treibstoff jeder Geselligkeit: Kaffee. Und dann kommt keiner – und dann wird man ärgerlich – und dann fragt man sich, was man denn noch tun soll …

Und manchmal gehen diese Gedanken am Kern der Dinge vorbei, denn wie wäre es, wenn die Perspektive eine andere wäre: Wir haben kein Angebot, wir sind in der Position des Nachfragers! Wir fragen die freie Zeit der Menschen nach und es weiß jeder von sich selber, dass das eine rare Ressource ist. Nicht zu unserer Veranstaltung zu kommen, ist vielleicht keine Geringachtung, sondern ein unauflöslicher Ressourcenkonflikt: Das kranke Kind, Tante Ernas Geburtstag, der Besuch einer alten Schulfreundin, der erste freie Tag nach Wochen, die laue Luft auf der Terrasse und der wohlschmeckende Rosé …

So muss es gewesen sein, nur so kann es gewesen sein, es war der lockende Vorfrühling, der etliche Zauberfreunde davon abgehalten hat, zur gemeinsamen Neujahrsfeier der Ortszirkel Mainz/Wiesbaden und Frankfurt ins formidable Zeitensprung Zaubertheater in Ingelheim zu kommen. So feiert denn ein kleines Publikum das schon gar nicht mehr ganz so junge Jahr. Aber so, wie man zu jeder Zeit einen Gin Tonic trinken kann mit der Begründung, irgendwo auf der Welt sei schließlich immer schon sech Uhr, so kann man das neue Jahr zu jeder Zeit begrüßen – wer sagt denn, dass es schon am 1.1. begonnen hat?

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Das symbiotische Publikum

(18. Februar 2026) Zaubern ist eine darstellende Kunst, sie entsteht erst und nur in der Interaktion mit dem Publikum – und das gilt für die Zauberei noch etwas mehr, als für das Schaupiel und die Musik. Natürlich passiert viel unter der Oberfläche, zuhause, vor dem Spiegel, als Übung. Aber das ist alles kein Selbstzweck, der Kulminationspunkt all dessen ist der Auftritt, ist der Vortrag vor und das Gespräch mit dem Publikum. Darauf ist der Zauberkünstler noch ein wenig mehr angewiesen als der Schauspieler und der Musiker – die können notfalls auch einem unwilligen und unkooperativen Publikum ihre Kunst vorführen. Ja, ich verstehe dass auch für diese Künstler ein freundliches, zugewandtes Publikum schöner und besser ist, aber wenn alle Stricke reissen …

Freddy Thau, Lennard Fabricius und Alex Morgenthau ist ein freundliches und zugewandtes Publikum notwendig, die Drei reden permanent mit dem Publikum, die wollen, die brauchen Interaktion – denn genau das macht den Reiz der Mikromagie aus und genau das ist der Charme des Kleinen Mittwochs im Kulturcafé Windrose in Oberursel. Man ist immer versucht, die Leute im Publikum zu fragen: „Och, könnten Sie sich vorstellen, mit zu meinem nächsten Auftritt zu kommen?“, so toll ist dieses Publikum. Die klatschen und lachen und blöken rein und geben Laute des Erstaunens von sich und das immer an den richtigen Stellen! Und sie kommen wieder – und wieder – und wieder … Mittlerweile müssen wir uns ganz genau überlegen, wer schon mal welche Nummer gezeigt hat, damit die Leut‘ nicht immer wieder dasselbe zu sehen bekommen. Ich gebe zu: Ein Luxusproblem, das ich zumindestens gerne habe.

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Laaaangweilig …

(16. Februar 2026) Hauptversammlungen stehen in dem Ruf, langweilig zu sein – nicht ganz zu unrecht, denn es gibt viele Formalia abzuhandeln und Formalia sind nun mal per definitionem kein Inhalt, sondern … naja … Formalien eben. Aber man stelle sich vor, es gäbe den Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden nicht und den Bericht des Kassenwarts auch nicht, man stelle sich vor, der Vorstand könnte einfach machen, was er will, ohne denjenigen, die Mitgliedsbeiträge zahlen, Rechenschaft abzulegen davon, wohin ihr Geld geflossen ist: Auch nicht gut, oder? Auch die Demokratie im Kleinen muss sich manchmal den Mühen der Ebene unterziehen.

Gemessen daran war unsere just stattgehabte Hauptversammlung gar nicht so schlecht. Gut, das ist sicher auch der Tatsache geschuldet, dass der alte Vorstand in allen fünf Positionen der neue ist und er mit Mehrheiten gewählt wurde, die selbst den alten Kim Il Sung vor Neid hätten erblassen lassen. Aber es wurde auch viel der Sache nach diskutiert: Was machen wir mit unserer Bibliothek? Wie erfassen wir in Zukunft elektrisch, wer bei unseren Seminaren anwesend ist? Welche Seminare haben wir bereits gebucht (spoiler: it’s gonna be da bomb, bro!)? Wie ist der Sachstand der Vorbereitungen der Vorentscheidungen (guckst Du hier)? Das ist eine Menge Inhalt für so viele Formalia, oder?

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Rolle vorwärts

(2. Februar 2026) Jeder von uns hat ganz viele Rollen im Leben: Vater, Kellner, Chef, Golfpartner, Typ in der Supermarktschlange, Mitsaunierer, … Spannend wird es immer im Leben, wenn Leute gegen den Strich der Rolle gebürstet werden, die Ihnen ansonsten in einem Kontext zuerkannt wird, wenn sich plötzlich herausstellt, dass der-/diejenige noch etwas ganz anderes ist, als alle anderen bisher gedacht und erwartet hatten.

Der Lennard Fabricius ist Anwärter bei uns, dem Ortszirkel Frankfurt, und es fehlt eigentlich nur an einem gemeinsamen Termin, um ihn im Rahmen einer Prüfung zum Mitglied mit allen Ehren und Würden zu machen. Lennard besticht durch einen fast schon dadaistischen Humor – er stellt sich im Rahmen einer Seilnummer schon mal als Vizeeuropameister der Polyester-Hypnose vor.

Und jetzt stellt sich – in Brechung seiner bisherigen Rolle – heraus, dass er ein begnadeter Bastler mit sehr profundem Wissen über Spielkarten ist! Der Zirkelabend, den er gestaltet, ist eine absolute Wucht! Statt theoretischer Vorträge wird gebastelt – es müssen nicht alle mitmachen, aber alle wollen! Aus Lennards Tasche kommt ein Gerät nach dem anderen zum Vorschein (und sein britischer Humor taucht wieder auf, als er Gerät zum Erhitzen von Thermokleber als Bügeleisen für Kleinwüchsige bezeichnet).

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Auftritt zu Weinen

(21. Januar 2026) Schon mal erlebt? Man sieht sich erst das zweite Mal, aber es fühlt sich an, als kenne man sich schon – naja, nicht ewig, aber schon lange. Ging mir so bei unserem Auftritt für den Verein Historischer Weinberg Mainaschaff. Den hatten wir anläßlich unserer ersten Mikromagica im Alten Rathaus in Mainaschaff kennengelernt. Dass man den Lokalmatador Florian Schädlich begrüßt, wie einen alten Bekannten nimmt so recht nicht Wunder, denn für viele der Gäste ist er ja genau das: Die haben den Florian noch mit der Rassel um den Tannenbaum toben gesehen. Aber auch ich werde fast schon unanständig freundlich behandelt, ich werde mehrfach gefragt, ob ich denn ein Wasser trinken wolle, mit viel oder wenig Kohlensäure, warm oder kalt, aus einem runden Glas oder einem eckigen, lieber jetzt oder eher später, …, und dann wiederholt sich das Prozedere nach Eröffnung des Buffets …

Wie es sich für einen Weinbergs-Verein gehört, wird das Jahr mit einer Weinprobe eröffnet im Rahmen der ein kundiger Sommelier durch acht badische Weine und einen Sekt führt. Die werden betrachtet, gerochen, beschrieben, die Rebsorte und der Ausbau werden gewürdigt und dem Kellermeister und Winzer wird die Referenz erwisen („Ein sehr netter Kerl und sehr kompetenter Winzer!“) – es sollen wohl auch vereinzelt Weine getrunken worden sein …

Und der Florian und ich spielen zu Beginn eine Nummer „von vorne“ für’s gesamte Publikum und machen dann zwischen den Verkostungen zwei Durchgänge table hopping. Und wieder ist das Publikum einfach Bombe: Die haben Spaß und die lassen das auch ihr Gesicht und ihre Hände wissen! Ich wiederhole mich: Für solche Auftritte macht man den $ch€|$$!