(14. März 2026) Wer ehrenamtlich arbeitet, kennt das: Man bereitet eine Veranstaltung vor, man sucht und findet einen schönen Ort, man denkt sich ein schönes Programm aus, es gibt durchaus genießbares Essen und gibt in großen Mengen den Treibstoff jeder Geselligkeit: Kaffee. Und dann kommt keiner – und dann wird man ärgerlich – und dann fragt man sich, was man denn noch tun soll …
Und manchmal gehen diese Gedanken am Kern der Dinge vorbei, denn wie wäre es, wenn die Perspektive eine andere wäre: Wir haben kein Angebot, wir sind in der Position des Nachfragers! Wir fragen die freie Zeit der Menschen nach und es weiß jeder von sich selber, dass das eine rare Ressource ist. Nicht zu unserer Veranstaltung zu kommen, ist vielleicht keine Geringachtung, sondern ein unauflöslicher Ressourcenkonflikt: Das kranke Kind, Tante Ernas Geburtstag, der Besuch einer alten Schulfreundin, der erste freie Tag nach Wochen, die laue Luft auf der Terrasse und der wohlschmeckende Rosé …
So muss es gewesen sein, nur so kann es gewesen sein, es war der lockende Vorfrühling, der etliche Zauberfreunde davon abgehalten hat, zur gemeinsamen Neujahrsfeier der Ortszirkel Mainz/Wiesbaden und Frankfurt ins formidable Zeitensprung Zaubertheater in Ingelheim zu kommen. So feiert denn ein kleines Publikum das schon gar nicht mehr ganz so junge Jahr. Aber so, wie man zu jeder Zeit einen Gin Tonic trinken kann mit der Begründung, irgendwo auf der Welt sei schließlich immer schon sech Uhr, so kann man das neue Jahr zu jeder Zeit begrüßen – wer sagt denn, dass es schon am 1.1. begonnen hat?