Gästeabend des Magischen Zirkels

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch der Gästeabend unseres Ortszirkels. Eine ehrenamtliche Veranstaltung vom Feinsten nach dem Motto: Von uns, für uns – und für unsere Gäste natürlich! Die waren reichlich gekommen: Die Hütte, die Alte Wache in Oberstedten, war voll, da gab es nichts zu meckern. Das Publikum war sehr willens, sich unterhalten zu lassen. Wie wertvoll das ist, weiß jeder, der Mal vor einem missmutigen Haufen auftreten musste!

Wir sind sechs Mann hoch auf die Bühne gegangen – also, nacheinander … Sören Pohl und Samuel Lenz sind als Duo #zauber(zw)ei aufgetreten, Amedeo Velluso und Mario Kolodzeike waren ebenfalls dabei, genauso wie Hanspeter Balsser und Karsten Meyerhoff, der auch die Moderation übernommen hatte. Abgerundet wurde die Truppe durch Alex Morgenthau, der mit bürgerlichem Namen Alexander Schumacher heißt. Die Show, als eine Art Nummernrevue mit überleitenden Moderationen angelegt, lief im Großen und Ganzen reibungslos. Gut, es ist mal hier eine Kleinigkeit daneben gegangen, und der Alex hatte da mit einem überaus unfreundlichen Zuschauer zu kämpfen, aber abgesehen davon sind alle Künstler ohne körperliche und seelische Blessuren aus der Veranstaltung hervorgegangen. Quer durch den Zaubergarten war (fast) alles dabei: Manipulation, Kartenkunststücke, Comedy-Zauberei, Entfesselung, Mentalismus, ein Buchtest: Dies und das und sonst noch was aus dem Gemischtwarenladen der Salonzauberei.

Finanziell war die Veranstaltung der Hit: Ohne konkrete Zahlen zu nennen kann man sagen: Alleine der Spenden wegen hat sich der Abend für den Ortszirkel sehr gelohnt! Die Abrechnung der Einnahmen aus dem Getränkeverkauf steht noch aus, aber es steht zu vermuten, dass das die Bilanz nur von „exzellent“ zu „exorbitant“ verändert. Für die Getränke und auch für einen kleinen Imbiss während der Pause hat übrigens ein erheblicher Teil der Familie Pohl gesorgt, denen wir dafür auch an dieser Stelle unseren herzlichen Dank aussprechen wollen: Ohne Menschen, die einfach mit anpacken, ist einfach kein Staat zu machen – und auch kein Verein. Das gilt auch für die helfenden Hände hinter den Kulissen, die „Zeug“ geschleppt, für Licht und Ton gesorgt und Zuschauer gekobert haben. Auch dafür sind wir, die Leut‘ auf der Bühne, den Helfern dankbar!

Text: Karsten Meyerhoff

Seminar mit FISM-Preisträger Francis Tabary

Schon Wochen vorher hatten wir dieses Seminar aus unserem OZ-Lokal ausgelagert in der Erwartung, dass dieser Abendgut besucht würde. Und er war gut besucht! Eines FISM-Preisträgers würdig. Nach der Begrüßung durch Andreas eröffnete Tabary mit seiner FISM-Seil-Routine, ohne diese jedoch weiter zu erklären, da er sich dies für den zweiten Teil aufgehoben hatte.
Danach zeigte er eine Routine mit einem kleinen Portemonnaie und Seidentüchern, Papier zu Geld, Tricks mit einer von ihm kreierten Trickbrieftasche, einem Nudist-Deck sowie einige Münzenmanipulationen.
Danach folgte ein kurzer Vortrag zu seiner eigentlichen großen Leidenschaft: Dreidimensionale, unmögliche Objekte, von denen er zwei mitgebracht hatte. Auch demonstrierte er Beispiele an optischen Täuschungen und Anagrammen.
Es ist bemerkenswert, wie Tabary sich mit der visuellen Illusion, also einer Wahrnehmungstäuschung, befasst. Nach der Pause ging es dann um seine preisgekrönte Seilroutine. Da bleibt einem schon der Mund offen stehen und man
stammelt einfach nur ein: „… á la bonne heure, Monsieur Tabary!“ Das hatte Klasse und wer sein Meisterstück von 1991 kennt weiß um die Qualität dieser Seilroutine, die auch eine Weiterentwicklung erfahren hatte und die er in allen Details erklärte.
Fazit: Wir erlebten einen Weltmeister der Zauberkunst zum Anfassen, ohne Allüren, Launen und Getue aber großem Können.
Ein Meister der Magie, der menschlich geblieben und für jeden ein offenes Ohr und nette Worte hatte.
Merci, Monsieur Francis Tabary!

Text: Dieter Daniel

Bilder: Andreas Fleckenstein

Statusworkshop mit Michelle

Es war ein sehr gut besuchter Abend im OZ Frankfurt und eine gut aufgelegte Michelle Spillner, die uns den Begriff Status in mehreren Beispielen definierte und in fünf Merkmale einteilte. Sie demonstrierte uns an verschiedenen Statusmerkmalen Hoch- und Tiefstatus und machte den Raum für diesen Abend zu ihrer eigenen Bühne, das eigentliche Ziel dieses Workshops. Gekonnt spiele sie uns die einzelnen Rollen vor und demonstrierte dabei, was so wesentlich zum Gelingen eines Zauberkunststücks beiträgt. Merkmale wie Raum, Stimme, Kopfhaltung, die Bewegung, die Atmung sowie der Blick wurden von ihr eingehend erläutert und veranschaulicht.
Mit fünf Protagonisten spiele sie dann den Status durch und jeder hatte seine eigene, nur ihm bekannte Information eines Hoch- oder Tiefstatus, dessen Rolle er spielte und die wir nicht kannten. Ein hochspannende Geschichte zu erleben, wie Menschen, die wir kennen, sich plötzlich veränderten.
Das gleiche Prinzip wandte sie dann am Beispiel eines Zauberkunststücks an, das Amedeo uns vorführte. Amedeo zeigte uns sein Tuchfärben, danach veränderte Michelle Amedeos Status und die Performance war plötzlich eine ganz andere.
Viel Anerkennung und langer Applaus beendeten den Abend, bevor uns Michelle anbot, bei Interesse einen ausführlicheren Abend folgen zu lassen.
Herzlichen Dank, Michelle, für einen Themenabend der ganz anderen Art.

Text: Dieter Daniel

Bilder: Heinz-Dieter Rado

Talk im OZ Frankfurt

Der Abend begann mit Vorführungen unserer Interessenten und Anwärter.
Amedeo zeigte uns Nate Leipzigs „Sympathische Zehn“, ein Kartenkunststück der Sonderklasse, während Alexander einmal mehr seine mentalen Fähigkeiten demonstrierte und gekonnt in Szene setzte. Samuel führte mit seiner Zuschauerassistentin Chantal das Kartenkunststück „Perfekte Telepathie“ vor, wobei eine sehr schön ausgewählte Klaviermusik dem Kunststück eine besondere Note verlieh.
Abschließend versuchte sich David mit dem Kartenkunststück „Out of this world“ mit der Bitte, ihm bei der Textsuche behilflich zu sein. Eine bessere „Eintrittskarte“ für unseren Talk „Das Drehbuch zum Trick“ hätten wir uns nicht wünschen können.
Nachdenklich, lebendig und im besten Sinne des Wortes interessant stellte Wilfried bei unserem Themenabend den Protagonisten Harry Keaton, Ravelli, dem „Falschspieler“ Stefan Sprenger und Monsieur Brezelberger Fragen zu diesem Thema.
Auf die Frage, warum ein Drehbuch zum Trick, wurden Handlung, Dialog, Struktur sowie dramaturgischer Spannungsbogen diskutiert.
Interessant waren auch die Erfahrungen der vier Zauberkünstler zur Ideenfindung ihrer Vorträge. Aber um diese zündenden Ideen zu finden sind Inspirationen nun einmal unerlässlich. Ein Bild, eine Melodie, ein Erlebnis oder ein Wort, zu dem sofort eine Assoziation entsteht. Hier gilt eben: Alles kann, nichts muss.
Auch wurde die Frage gestellt, „… warum einen Vortrag schreiben und nicht aus dem Stehgreif formulieren…? Die Antwort darauf war sehr präzise: „Ad hoc einen Text zu einem Kunststück zu halten ist eine Stress-Situation. Das Unangenehme ist nicht das Thema, über das wir bei einem Kunststück reden, es ist die wenige Vorbereitungszeit die wir haben, einen Text zu formulieren. Daher sollte ein Script gelernt werden…!“
Zwei Seiten ein- und derselben Medaille ist die Körpersprache. Ein komplexes Thema, das aber nur am Rande gestreift wurde.
Mehr Rückfragen wären vielleicht erwünscht gewesen, aber Erfahrungen wie z. B. der Umgang mit Störungen aus dem Publikum lassen sich nun einmal nicht übertragen.
So bleibt mir zum Schluss ein Zitat von Martin Luther: „Worte sind wie Kinder. Je mehr wir uns mit ihnen beschäftigen, desto mehr verlangen sie.“

Text: Dieter Daniel
Bilder Heinz-Dieter Rado

Gelegte, nicht nur memorierte Spiele

Methoden, Varianten und Routinen waren das Thema zum gestrigen Abend mit memorierten und gelegten Kartenspielen.
Zu Beginn demonstrierte uns Wilfried seine Ideen und die Umsetzung zu einem mnemotechnischen Spiel nach Si Stebbins.
Danach zeigte Kay einige Routinen mit einem gelegten Kartenspiel, bevor es in die Königsklasse des memorierten Spiels ging, was uns Pit einmal mehr in seiner unnachahmlichen Art demonstrierte.
Alexander zeigte ein raffiniertes und überzeugendes Kartenfinden, während Rado mit Symbolkarten eine bewährte Routine von Carlhorst Meier vorführte.
Dieter zeigte mit einem gelegten Spiel ein „Muskellesen“, was Matteo um so mehr erstaunte, da das Spiel doch zwei mal riffelgemischt und mehrmals abgehoben wurde. Aber genau darin lag ja die Lösung: Durch das Riffelmischen wird das Spiel in zwei Ketten, die zyklisch verlaufen, aufgeteilt, der Zyklus aber nicht unterbrochen wird. Ein Prinzip, dass in zahlreichen anderen Effekten eingesetzt werden kann. Nach Diskussionen, Anregungen und Kritiken im allgemeinen bildete die Lennart Green Routine „Rainman“ den Abschluss eines sehr informativen Abend mit memorierten und gelegten Spielen. Ein Abend, der mehr Zuschauer aus unseren Reihen verdient hätte.

Text: Dieter Daniel Bilder: Rado