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Archaisch?

Ein Verein ist froh um jeden Menschen, der zahlendes Mitglied werden will, sollte man meinen. Diesem Menschen wird man keine zusätzlichen Hürden aufrichten, sollte man meinen. Eine Prüfung, ob er oder sie würdig ist, aufgenommen zu werden, wird man niemandem zumuten, sollte man meinen.

Und doch macht der Magische Zirkel genau das – und das ist auch gut so! Nicht weil der Magische Zirkel ein elitäres Bewußtsein hätte, nicht weil es darum geht „die Spreu vom Weizen zu trennen“, nicht weil man „manchen Leute“ fernhalten will, sondern weil man das Bewußtsein dafür schärfen möchte, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Zauberkunst, ihrer Geschichte, der Theorie und der Praxis gewinnbringend ist – und Spaß macht! Und schließlich, wie es der Brite sagt: „Nothing worth having is easy to get.„. Wenn das archaisch ist, dann sind wir archaisch, dann sei es so.

Unsere ehemaligen Anwärter Freddy Thau und Lennard Fabricius haben es jedenfalls auf sich genommen, sich vorzubereiten, Theorie zu büffeln, Nummern und Techniken einzustudieren und jetzt sind sie stolze Mitglieder des Magischen Zirkels zu Frankfurt – und wir sind stolz, dass wir sie unsere Mitglieder heissen dürfen! Freddy und Lennard: Allzeit gute Fahrt und immer ’ne handbreit Wasser unter’m Kiel!

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Aufnahmeprüfung? Aufnahmeprüfung!

(12. Dezember 2023) Wer Mitglied im Magischen Zirkel werden möchte, muss eine Aufnahmeprüfung bestehen. Als ich mit dem Zaubern angefangen und den Zirkel kennengelernt habe, hielt ich das für eine unsinnige Regelung: Als Neuling vor erfahrenen Zauberern auftreten? Die kennen doch eh alles! Und ob ich ernsthaftes Interesse mitbringe, kann man auch anders herausfinden. Wozu das alles? Mir kam das wie eine unnötige Hürde vor, die eher abschreckt. Aus der Zeit gefallen, fand ich damals. Nun liegt meine Prüfung hinter mir, und ich möchte sie eigentlich nicht missen.

Das liegt zum einen daran, dass mir ganz persönlich die Prüfung und die Vorbereitung darauf schlichtweg Spaß gemacht. Dazu muss man wissen, dass die Prüfung aus einem theoretischen Teil besteht – in dem man etwa Fragen zur Geschichte der Zauberkunst oder zu Tricktechniken beantwortet – sowie aus einem praktischen Teil, bei dem man vorzaubert.

Für mich war beides eine gute Möglichkeit, mich systematisch mit den verschiedenen Aspekten der Zauberkunst zu befassen, auch mit theoretischen oder historischen: Welche Künstler haben die Zauberei geprägt und warum? Was war früher anders? Und wie ist eigentlich die Geschichte des Vereins, dem du da beitreten willst? Zum Glück sind das Themen und Fragen, die mich sowieso interessieren. Wie tief ich in die einzelnen Bereiche dann abtauchen wollte, lag dann aber wieder ganz bei mir – eine Manipulationsnummer zum Beispiel schaue ich mir gerne an, das war es dann aber auch. Sich einmal aber zumindest etwas mit allem beschäftigt zu haben, fand ich dann doch ganz gut. Der praktische Teil bot dagegen die Möglichkeit, eine eigene kleine Show zu konzipieren – mit all den theoretischen Überlegungen im Hinterkopf, die ich bisher mitbekommen habe.

Ich persönlich könnte mir auch gut vorstellen, die Prüfungen individueller zu gestalten, indem man Schwerpunkte setzen kann: Wem es um das reine Zaubern geht, der zeigt ein längeres und anspruchsvolleres Programm. Wer Spaß an der Geschichte der Zauberkunst hat, bekommt hier mehr Raum. Aber auch dann bleibt es eine Prüfung, und ich kann immernoch jeden Verstehen, der die Idee einer Aufnahmeprüfung aus der Zeit gefallen findet. Niemand erschleicht sich mehr das Wissen um Trickgeheimnisse, in dem er an einem Abend unter der Woche in ein Vereinsheim geht. Vielleicht hilft ein anderer Blickwinkel: Wer mit dem Zaubern beginnt, kann Zeit seines Lebens Neues lernen. Das Feld ist unerschöpflich, und so eine Prüfung irgendwie ein schöner Meilenstein.

Foto: freepik.com