Das symbiotische Publikum

(18. Februar 2026) Zaubern ist eine darstellende Kunst, sie entsteht erst und nur in der Interaktion mit dem Publikum – und das gilt für die Zauberei noch etwas mehr, als für das Schaupiel und die Musik. Natürlich passiert viel unter der Oberfläche, zuhause, vor dem Spiegel, als Übung. Aber das ist alles kein Selbstzweck, der Kulminationspunkt all dessen ist der Auftritt, ist der Vortrag vor und das Gespräch mit dem Publikum. Darauf ist der Zauberkünstler noch ein wenig mehr angewiesen als der Schauspieler und der Musiker – die können notfalls auch einem unwilligen und unkooperativen Publikum ihre Kunst vorführen. Ja, ich verstehe dass auch für diese Künstler ein freundliches, zugewandtes Publikum schöner und besser ist, aber wenn alle Stricke reissen …

Freddy Thau, Lennard Fabricius und Alex Morgenthau ist ein freundliches und zugewandtes Publikum notwendig, die Drei reden permanent mit dem Publikum, die wollen, die brauchen Interaktion – denn genau das macht den Reiz der Mikromagie aus und genau das ist der Charme des Kleinen Mittwochs im Kulturcafé Windrose in Oberursel. Man ist immer versucht, die Leute im Publikum zu fragen: „Och, könnten Sie sich vorstellen, mit zu meinem nächsten Auftritt zu kommen?“, so toll ist dieses Publikum. Die klatschen und lachen und blöken rein und geben Laute des Erstaunens von sich und das immer an den richtigen Stellen! Und sie kommen wieder – und wieder – und wieder … Mittlerweile müssen wir uns ganz genau überlegen, wer schon mal welche Nummer gezeigt hat, damit die Leut‘ nicht immer wieder dasselbe zu sehen bekommen. Ich gebe zu: Ein Luxusproblem, das ich zumindestens gerne habe.

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Laaaangweilig …

(16. Februar 2026) Hauptversammlungen stehen in dem Ruf, langweilig zu sein – nicht ganz zu unrecht, denn es gibt viele Formalia abzuhandeln und Formalia sind nun mal per definitionem kein Inhalt, sondern … naja … Formalien eben. Aber man stelle sich vor, es gäbe den Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden nicht und den Bericht des Kassenwarts auch nicht, man stelle sich vor, der Vorstand könnte einfach machen, was er will, ohne denjenigen, die Mitgliedsbeiträge zahlen, Rechenschaft abzulegen davon, wohin ihr Geld geflossen ist: Auch nicht gut, oder? Auch die Demokratie im Kleinen muss sich manchmal den Mühen der Ebene unterziehen.

Gemessen daran war unsere just stattgehabte Hauptversammlung gar nicht so schlecht. Gut, das ist sicher auch der Tatsache geschuldet, dass der alte Vorstand in allen fünf Positionen der neue ist und er mit Mehrheiten gewählt wurde, die selbst den alten Kim Il Sung vor Neid hätten erblassen lassen. Aber es wurde auch viel der Sache nach diskutiert: Was machen wir mit unserer Bibliothek? Wie erfassen wir in Zukunft elektrisch, wer bei unseren Seminaren anwesend ist? Welche Seminare haben wir bereits gebucht (spoiler: it’s gonna be da bomb, bro!)? Wie ist der Sachstand der Vorbereitungen der Vorentscheidungen (guckst Du hier)? Das ist eine Menge Inhalt für so viele Formalia, oder?

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Rolle vorwärts

(2. Februar 2026) Jeder von uns hat ganz viele Rollen im Leben: Vater, Kellner, Chef, Golfpartner, Typ in der Supermarktschlange, Mitsaunierer, … Spannend wird es immer im Leben, wenn Leute gegen den Strich der Rolle gebürstet werden, die Ihnen ansonsten in einem Kontext zuerkannt wird, wenn sich plötzlich herausstellt, dass der-/diejenige noch etwas ganz anderes ist, als alle anderen bisher gedacht und erwartet hatten.

Der Lennard Fabricius ist Anwärter bei uns, dem Ortszirkel Frankfurt, und es fehlt eigentlich nur an einem gemeinsamen Termin, um ihn im Rahmen einer Prüfung zum Mitglied mit allen Ehren und Würden zu machen. Lennard besticht durch einen fast schon dadaistischen Humor – er stellt sich im Rahmen einer Seilnummer schon mal als Vizeeuropameister der Polyester-Hypnose vor.

Und jetzt stellt sich – in Brechung seiner bisherigen Rolle – heraus, dass er ein begnadeter Bastler mit sehr profundem Wissen über Spielkarten ist! Der Zirkelabend, den er gestaltet, ist eine absolute Wucht! Statt theoretischer Vorträge wird gebastelt – es müssen nicht alle mitmachen, aber alle wollen! Aus Lennards Tasche kommt ein Gerät nach dem anderen zum Vorschein (und sein britischer Humor taucht wieder auf, als er Gerät zum Erhitzen von Thermokleber als Bügeleisen für Kleinwüchsige bezeichnet).

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Auftritt zu Weinen

(21. Januar 2026) Schon mal erlebt? Man sieht sich erst das zweite Mal, aber es fühlt sich an, als kenne man sich schon – naja, nicht ewig, aber schon lange. Ging mir so bei unserem Auftritt für den Verein Historischer Weinberg Mainaschaff. Den hatten wir anläßlich unserer ersten Mikromagica im Alten Rathaus in Mainaschaff kennengelernt. Dass man den Lokalmatador Florian Schädlich begrüßt, wie einen alten Bekannten nimmt so recht nicht Wunder, denn für viele der Gäste ist er ja genau das: Die haben den Florian noch mit der Rassel um den Tannenbaum toben gesehen. Aber auch ich werde fast schon unanständig freundlich behandelt, ich werde mehrfach gefragt, ob ich denn ein Wasser trinken wolle, mit viel oder wenig Kohlensäure, warm oder kalt, aus einem runden Glas oder einem eckigen, lieber jetzt oder eher später, …, und dann wiederholt sich das Prozedere nach Eröffnung des Buffets …

Wie es sich für einen Weinbergs-Verein gehört, wird das Jahr mit einer Weinprobe eröffnet im Rahmen der ein kundiger Sommelier durch acht badische Weine und einen Sekt führt. Die werden betrachtet, gerochen, beschrieben, die Rebsorte und der Ausbau werden gewürdigt und dem Kellermeister und Winzer wird die Referenz erwisen („Ein sehr netter Kerl und sehr kompetenter Winzer!“) – es sollen wohl auch vereinzelt Weine getrunken worden sein …

Und der Florian und ich spielen zu Beginn eine Nummer „von vorne“ für’s gesamte Publikum und machen dann zwischen den Verkostungen zwei Durchgänge table hopping. Und wieder ist das Publikum einfach Bombe: Die haben Spaß und die lassen das auch ihr Gesicht und ihre Hände wissen! Ich wiederhole mich: Für solche Auftritte macht man den $ch€|$$!

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Der ist anders …

(19. Januar 2026) Spanier haben was los, wenn’s um Kartenzauberei und close-up im Allgemeinen geht, das weiß man ja. Namen wie Juan Tamariz oder Dani DaOrtiz sagen jedem halbwegs Eingeweihten etwas, der Name Miguel Ángel Gea nicht unbedingt – und das ist ewig schade! Der Mann gehört sicher zu denen, die was los haben – der hat soviel los, dass manche Teilnehmer des Seminars hinterher sagen: „Gut, da kann ich jetzt aufhören mit zaubern, das erreiche ich nie.“. Ich gehöre auch zu denen, die das – im Scherz – sagen, aber die eigentliche Botschaft eines Abends, wie diesem ist natürlich: „Schau her: Da kann es hingehen, wenn man die entsprechende Arbeit und Passion reinsteckt.“. Hört der Hobbyaquarellist mit dem Malen auf, weil es einen Vincent van Gogh gegeben hat? Nein, natürlich nicht, aber er strengt sich vielleicht ein wenig mehr an, weil es ihn gegeben hat.

Miguel Ángel Gea verbindet zwei Dinge miteinander, die seine Zauberkunst unglaublich effektiv und faszinierend machen: Ein sehr interessantes, wohl durchdachtes theoretisches Gebäude und eine erhebliche Fingerfertigkeit. Dabei ist das Theoriegebäude der ungewöhnlichere der beiden Aspekte seiner Zauberkunst, denn viele erfahrene Zauberer machen Dinge, weil ihre Erfahrung sie gelehrt hat, dass es „so richtig ist“, Miguel Ángel Gea hat sich mit Neurowissenschaftlern hingesetzt und Dinge wie Konstruktion, Struktur, Gestalt, Intentionalität, Information und Vieles mehr diskutiert. Die Auswirkungen und Anwendungen dessen zeigt er in seinem Seminar, keine These wird trocken vorgetragen, alles wird sofort am konkreten Beispiel gezeigt – und wenn er mal Dinge bewußt „falsch“ zeigt, wird jedem sofort klar, warum die richtige Version soooo viel besser war.

Was mich schlußendlich am meisten gepackt hat, war die Tatsache, dass seine Forschung nicht theoretisch geblieben ist, sondern immer im Dienste der Zauberkunst gestanden hat und steht und wirklich das Zeug hat, die Kunst voranzubringen.

Es gehört zur Ehrlichkeit dazu, zu sagen das Miguel Ángel Geas Englisch nicht so ganz mit dem Fluß seiner elaborierten Gedanken Schritt halten kann: Ich habe den Eindruck, dass er häufig sehr viel mehr zu sagen hätte – und gerne sehr viel sagen würden – wenn es die Sprachbarriere nicht gäbe. Zwei seiner Bücher, so sagt er, seien auf Englisch verfügbar. Ich denke, ich kenne einen zukünftigen Leser …

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Spießiger wird’s nicht

(15. Dezember 2025) Was ist das Weihnachtsmarkt-Klischee? Glühwein, Bratwurst, dumm‘ Zeusch babbele: Dreimal check. Aber in den Worten unser Allervorsitzendens: „Mit netten Leuten kann das schön sein.“ – und das war es denn auch. Wir haben über Gott und die Welt geschwätzt: Über die Hauptversammlung, über Zaubershows, die uns gefallen und solche, die uns nicht so gefallen haben, über die Dokumentation der Tournée der Ehrlich Brothers in den USA in der ZDF-Mediathek („Ehrlich Brothers – Route to Las Vegas“) und über 3D-Druck – neben anderen Sachen. Ja, war schön, was soll ich sonst sagen?

Dann nutzen wir vielleicht die Gelegenheit, allen unsere Mitgliedern, allen Zauberfreundinnen und Zauberfreunden und allen Menschen ein gesegnetes Weihnachtsfest zu wünschen, zu wünschen, dass sich der Zauber der Weihnacht für sie in der Weise zeige, die für sie angemessen und gut und schön ist – das ist ja für den Einen etwas anderes als für die Andere. Erwarten darf man es nicht, aber hoffen, dass das nächste Jahr friedlicher werde als das zuende gehende und dass sich das auf unsere Mitglieder, alle Zauberfreundinnen und Zauberfreunde und alle Menschen auswirkt, auch das hoffen wir, der Vorstand des Ortszirkels Frankfurt des Magischen Zirkels: Eine gesegnete Weihnacht und alles Gute im neuen Jahr!

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Ganz nah dran bei der Mikromagica in der Windrose Oberursel

(19.11.2025) Am vergangenen Mittwoch, den 19.11.2025 durfte ich im Kulturcafé Windrose in Oberursel wieder einmal Close-Up-Zauberkunst zeigen. Drei Räume, drei Zauberer, jeweils rund zwanzig Minuten Programm – und ich mittendrin. Während mein Zaubererkollege Michael in seinem Raum die Gäste unter anderem mit gedachten Münzen und unmöglichen Übereinstimmungen verzauberte, und mein Kollege Dai in seiner Show mit Hilfe von münzenfressende Handpuppen für Staunen sorgte, konnte mein Publikum das Eigenleben eines Fingerhuts – eine besondere Spezialanfertigung mit akustischen und teleportativen Extras – sowie erstaunliche Gummibänder sowie eine wandernde unterschriebene Spielkarte erleben.

Ein kleiner Nachteil dieser Drei-Raum-Variante ist ja, dass man selbst dreimal spielt und dadurch eben nicht miterlebt, was die anderen beiden zeigen. Ich hätte ihre Shows auch sehr gerne gesehen, aber zumindest kamen die Zuschauer bestens gelaunt und mit Lust auf noch mehr Staunen aus den vorigen Räumen zu mir. So hatte ich in der dritten und letzten Runde das Gefühl, dass nun die Stimmung auf dem Hochpunkt war, die Gäste sehr gelöst, mitteilsam und gewitzt waren – ggf. lag das aber auch daran, dass meine dritte Gruppe auch die größte war und dass einer der Gäste sich auf besonders humorvolle und sympathische Weise eingebracht hat – Grüße gehen raus an Rüdiger! 🙂

Die Stimmung war aber jedes Mal großartig. Die Menschen in Oberursel bringen einfach von Natur aus gute Laune mit – viele Gesichter kenne ich sogar noch vom letzten Mal. Und genau das ist eins der Highlights in Oberursel: Die Leute kommen mit freudiger Erwartung wieder, weil sie davon ausgehen, dass es bei uns auch beim nächsten Mal gute Zauberkunst zu erleben gibt. Das führt auch dazu, dass wir neue Kunststücke vorbereiten, üben und proben, damit jeder Besuch wieder etwas Neues und Besonderes bereit hält.

Unser Zaubererkollege Karsten, der für uns dankenswerterweise die Organisation mit der Windrose übernahm, und uns außerdem für diese Art von Auftritten motiviert und koordiniert, hatte an diesem Abend – neben Support und zynischen Äußerungen gemäß seines very british angehauchten Gemüts – die Möglichkeit, von Raum zu Raum zu schlendern, dabei ein paar fantastische Fotos zu knipsen und zum Abschluss dann aber magische Finale zu präsentieren:

Hierzu versammelte sich das Publikum aller drei Räume zuletzt noch einmal in nur einem Raum. Passend zum aktuellen Anlass ging es in Karstens Schlusskunststück um „40 Jahre Kunstgriff“, bei dem Dirk Müller-Kästner, dem ersten Vorsitzende des Kunstgriff e.V., und Fetzen von der aktuellen Tageszeitung eine maß- oder eher wortgebliche Rolle spielten.

Alles in allem war es auch diese Mal ein wunderbarer Abend – und beim nächsten Mal würde ich eigentlich ganz gerne mal wieder im Publikum sitzen und mich an den Shows, den Ideen und den magischen Momenten der Kollegen erfreuen.

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Harmloses Nerdtum

(17. November 2025) Es ist November, es ist dunkel und kalt, es ist grau und unwirtlich ja, mein Gott, November eben. Und da sitzt ein kleiner Haufen von Leuten beisammen und zeigt sich gegenseitig den immer gleichen Karteneffekt: Ein Zuschauer nennt eine Spielkarte und und eine Zahl – und die genannte Karte befindet sich genau an der genannten Stelle. Naja, also Effekte, die für den Zuschauer so aussehen sollen, als wäre das passiert. Naja, also Effekte die man so interpretieren könnte, als sei das Beschriebene passiert. Naja, also Effekte die nicht völlig verschieden sind von dem beschriebenen Effekt. Naja, also schon irgendwie sowas …

Ja, was denn? Spielkarte nennen, Zahl nennen, die genannte Spielkarte liegt an der genannten Stelle – pah, zaubern können wir nicht!

Das ist schon irgendwie ziemlich nerdy, dass man sich an einem Montagabend aufmacht, und sich nur über so ein Thema unterhält, aber ich finde es auf eine gute Art und Weise nerdy, denn es tut niemandem weh, es stört niemanden, es stiftet Gemeinschaft und Gemeinsamkeit und es trägt vielleicht irgendwann mal dazu bei, dass sich Menschen gut unterhalten und Spaß haben.

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Volle Lotte wieder mal, so’n richtig hysterisches Fest

(25. Oktober 2025) Kennen Sie das: Gefühle, die sich nur ganz schwer beschreiben lassen? Der Genuß beim Verspeisen eines wirklich guten Essens, verliebt sein, nach einer langen Veranstaltung mit Präsenzpflicht – zum Beispiel Gottesdienst – den Blasendruck mindern zu können, …

So geht es mir grade in diesem Moment, in dem ich unsere erste Mikromagica im Alten Rathaus in Mainaschaff zu beschreiben versuche, denn das war zwar im engeren Sinne kein hysterisches Fest, so wie es die Rodgau Monotones besungen haben, aber es war eine grandiose Veranstaltung, in jeder Hinsicht!

Fangen wir mit dem Ort an: Das Alte Rathaus in Mainschaff – das ja im befreundeten Ausland (Bayern) liegt – ist ein phantastischer Veranstaltungort, in jeder Hinsicht: Schöne Räume, gutes Licht, tolle Ausstattung. Es ist eine absolute Freude, dort zu spielen.

Dann der Bürgermeister Moritz Sammer: Der kommt persönlich vorbei und macht die Honeurs für uns und den Magischen Zirkel und schaut sich die Vorstellungen an. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet, dass er auch im Hintergrund sehr daran mitgewirkt hat, uns diesen Auftritt zu ermöglichen. Wenn’s jemand wissen will: Ja, da fühlen wir uns ziemlich gebauchpinselt!

Dann der Verein Historischer Weinberg Mainaschaff: Der macht das Catering. Jaja, Sie haben richtig gelesen: Es gibt Catering für die Gäste, die schon 90 Minuten vor Beginn der Zaubershow in das kleine Restaurant des Alten Rathauses dürfen, ausgerichtet vom Weinberg-Verein. Das ist ein Luxus, den wir nicht häufig haben und für den wir uns bei dem Verein zu bedanken haben.

Dann das Publikum: Meine Herren sind die nett und zugewandt uns willens sich Zauberei anzuschauen! Das verdient noch ein zweites Ausrufezeichen, hier ist es: ! Man merkt als Zauberer sofort, ob das Publikum „voll dabei“ oder nur so halb-lau interessiert ist, ob da Leute sitzen, die sich selber angemeldet haben oder welche, die die Karte zu Weihnachten geschenkt bekommen haben und den Schenkenden nicht enttäuschen wollen. Viel Applaus (immer an den richtigen Stellen), viel „Oohh! Aahh!“, viel Zuspruch, viel Erstaunen und schiere Begeisterung. Ganz ehrlich: Für solche Auftritte macht man den $ch€|$$!

Dann unsere Künstler: Andreas Fleckenstein und Michael Draeger haben alles gegeben, haben sehr schöne, jeweils sehr stark voneinander unterschiedene Shows gespielt und sehr klar gezeigt, wie vielgestaltig Zauberei sein kann. Und sie haben’s wie immer ohne Gage gemacht, sodass die Spendeneinnahmen ungeschmälert dem Ortzirkel zugute kommen: Danke!

Dann Florian Schädlich: Der hat auch gezaubert, bekommt hier aber einen eigenen Absatz, weil er sich als Oscheffer Lokalmatador sehr darum verdient gemacht hat, dass die Veranstaltung stattfindet, dass sie dort statffindet, dass sie so stattfindet.

Dann die Gemeinschaft: Ohne den guten Zusammenhalt aller, die zum Zustandekommen und dem Gelingen des Abends beigetragen haben, hätten wir dieses tolle Erlebnis nicht gehabt – Danke Mainaschaff!

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Ein historischer Abend

(26. Oktober 2025) Stimmengewirr, Gedränge, gespanntes Warten. Ein Abend, an dem unser Zirkellokal aus allen Nähten platzte. Michael Ammar ist auf seiner Abschiedstour – man könnte auch fast schon sagen: Tournee. Seit Wochen ist er bei Ortszirkeln überall in Deutschland zu Gast, davor war er in anderen europäischen Ländern unterwegs. Michael Ammar gehört zu den Zauberkünstlern weltweit, die diese Kunstform am meisten geprägt haben. Vor allem durch seine Art, sie zu vermitteln.

Im Seminar zeigte er viele Klassiker und ein paar neue Ideen. Wer ihn schon mal gesehen hatte, kannte einiges davon. Aber das war gar nicht entscheidend. Ein gutes Seminar muss für mich immer etwas bieten, dass über die reinen Tricks und Erklärungen hinausgeht und das bleibt: Eine besondere Energie, eine besondere Idee, Gedanken und Einstellungen, die zum Nachdenken anregen und einen nachhaltig beeinflussen. Das bot Michael Ammar. Seine Herangehensweise, die aus allen Erklärungen sprachen, seine sympathische und herzliche Art machten klar: Hier zaubert jemand, der es liebt, Menschen zu begeistern und der weiß, wie das geht – und was es dafür nicht braucht.

Ich gebe es zu: Ich bin ein Fan. Und sehr froh, dass ich noch die Möglichkeit hatte, Michael Ammar einmal live zu erleben. Ich war damit aber auch nicht allein, denn in der Pause standen die Menschen Schlange, um Fotos zu machen oder sich ihre Ausgabe seines Buches unterschreiben zu lassen. Über dem ganzen Abend schwebte bei allen das Bewusstsein, dass es das so nicht mehr geben wird. Auch bei Michael Ammar, der auf dieser Tour von seiner Frau Hannah begleitet wurde. Der lang anhaltende Applaus am Ende und auch die Ergriffenheit, die in seinem Blick lag, machte klar: Das war historisch.

Michael Ammar und seine Frau Hannah.